Und warum ich es nicht mehr anbiete
Was ist ein TFP-Shooting?
TFP steht für „Time for Pictures“ oder auch „Time for Prints“. Dabei tauschen Fotograf und Model bzw. Tierbesitzer ihre Leistungen ohne Geldzahlung aus.
Das bedeutet:
Der Fotograf investiert Zeit, Wissen, Equipment und Bildbearbeitung.
Das Model oder der Tierbesitzer stellt sich und sein Tier als Motiv zur Verfügung.
Beide Seiten profitieren davon, indem sie die entstandenen Bilder für ihr Portfolio oder private Zwecke nutzen dürfen – natürlich immer mit vorher festgelegten Nutzungsrechten.
TFP-Shootings sind besonders in der Fotografie weit verbreitet und werden oft genutzt, um neue Ideen auszuprobieren oder kreative Projekte umzusetzen.
Warum Fotografen TFP-Shootings anbieten
TFP hat durchaus seine Berechtigung – vor allem in bestimmten Phasen der fotografischen Entwicklung.
Häufige Gründe sind zum Beispiel:
Neue Fotostile ausprobieren
Viele Fotografen nutzen TFP, um neue Bildlooks oder kreative Konzepte zu testen.
Erfahrung sammeln
Gerade am Anfang der Selbstständigkeit helfen freie Shootings dabei, Routine zu entwickeln und ein Portfolio aufzubauen.
Equipment testen
Neue Technik oder neue Lichtsetups lassen sich ohne Kundendruck ausprobieren.
Kreative Projekte umsetzen
Manchmal entstehen durch TFP-Shootings ganz besondere Bildideen, die kommerziell so nicht geplant wären.
Meine persönliche Erfahrung mit TFP-Shootings
Auch ich habe früher TFP-Shootings angeboten – und das war für meinen Weg als Fotografin definitiv wertvoll.
Mittlerweile bin ich aber an einem Punkt angekommen, an dem ich meinen Stil, meinen Workflow und meine Arbeitsweise sehr genau kenne. Ich weiss, wie ich Tiere fotografiere, wie ich mit ihnen arbeite und welche Ergebnisse meine Kunden erwarten dürfen.
Ich muss also weder neue Techniken testen noch fotografisch „üben“.
Warum ich keine klassischen TFP-Shootings mehr anbiete
Diese Entscheidung hat mehrere Gründe – und sie basiert sowohl auf Erfahrung als auch auf Wertschätzung meiner Arbeit.
1. Ich kenne meinen fotografischen Stil
TFP wird oft genutzt, um sich kreativ auszuprobieren. Da ich meinen Stil inzwischen sehr klar definiert habe, brauche ich diese Testphase nicht mehr.
2. Zeit und Qualität haben einen Wert
Ein Shooting besteht nicht nur aus dem Fotografieren selbst. Planung, Durchführung, Bildauswahl und Bearbeitung nehmen viele Stunden in Anspruch.
Diese Arbeit möchte ich bewusst wertschätzen – sowohl für mich selbst als auch für meine Kunden.
3. TFP zieht leider manchmal das falsche Klientel an
Nicht alle – aber durchaus einige – sehen kostenlose Shootings als Möglichkeit, schnell und ohne Investition an Bilder zu kommen.
Meine Erfahrung zeigt leider, dass darunter häufig auch die Wertschätzung für meine Arbeit leidet. Mir ist wichtig, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die meine Fotografie bewusst auswählen und schätzen.
Gibt es bei mir trotzdem freie Projekte?
Ja – aber in einer anderen Form.
Ich starte gelegentlich freie Herzensprojekte, wenn ich eine bestimmte Bildidee umsetzen möchte oder eine kreative Vision habe. Diese ähneln zwar einem TFP-Shooting, laufen bei mir aber etwas anders ab.
Lohnt sich ein TFP-Shooting generell?
TFP kann eine tolle Möglichkeit sein – besonders wenn:
Fotograf und Model kreative Ideen teilen
beide Seiten fair miteinander umgehen
klare Nutzungsrechte festgelegt sind
Vertrauen und Kommunikation stimmen
Wichtig ist immer, dass beide Seiten gleichermassen profitieren.
Wer hat die Chance auf ein kostenloses Shooting bei mir?
Wenn ich freie Projekte plane, frage ich fast immer zuerst bestehende Kunden an.
Warum?
Ganz einfach:
Ich kenne bereits die Zusammenarbeit.
Ich weiss, dass meine Arbeit geschätzt wird.
Ich kenne das Tier und kann einschätzen, wie es vor der Kamera reagiert.
Es besteht bereits Vertrauen auf beiden Seiten.
Wenn alles harmoniert, kann es also durchaus passieren, dass plötzlich eine Anfrage von mir im Postfach landet.
Mein Fazit zum Thema TFP
TFP-Shootings haben ihren festen Platz in der Fotografie und können unglaublich wertvoll sein – gerade am Anfang oder für kreative Projekte.
Für meine Arbeit und meine Entwicklung ist dieser Schritt inzwischen abgeschlossen. Stattdessen konzentriere ich mich darauf, meinen Kunden hochwertige Shootingerlebnisse und individuelle Bilder zu bieten.
Und manchmal entstehen daraus sogar freie Projekte – allerdings mit Menschen und Tieren, mit denen ich bereits eine Verbindung aufgebaut habe.